IX - Von Hundert auf Null/Juli 2011

Ich müsste Nägel mit Köpfen machen. Ich muss Nägel mit Köpfen machen. Es nützt nichts, ich mache Nägel mit Köpfen. Ich habe keine andere Wahl!
Kein legaler Dealer mehr, kein ewiges zum Arztgerenne, immer mit der Angst, dass irgendwann einmal der Satz fällt: "Schluss - Aus - Vorbei es gibt nichts mehr! Das war´s. Tut mir leid, aber sie können es ja mal mit Johanniskraut versuchen!

Auf diese Bücher freue ich mich im August 2016 - Teil II


Der Sommer der Porters

Elisabeth Graver
Roman
Erscheinungsdatum: Juli 2016
Gebundene Ausgabe
464 Seiten
ISBN: 978-3-866-48223-4
Preis: 22,00 €
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Makarionissi

Vea Kaiser
Roman
Erscheinungsdatum: 11.08.2016
Taschenbuch
464 Seiten
ISBN: 978-3-462-04928-2
Preis: 10,99 €
KiWi ... Klickt hier und ihr erfahrt gleich mehr!


 

Das Geheimnis der Queenie Hennessy

Rachel Joyce
Roman
Erscheinungsdatum: 25.08.2016
Gebundene Ausgabe
496 Seiten
ISBN: 978-3-596-52122-7
Preis: 12,00 €
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Das Unglück anderer Leute

Nele Pollatschek
Roman
Erscheinungsdatum: 11.08.2016
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
224 Seiten
ISBN: 978-3-86971-137-9
Preis: 18,99 €
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VIII - Von Hundert auf Null/Juli 2011





Erst einmal sollte ich mir darüber bewusst sein, wie es überhaupt um mich steht.
Auch, wenn ich es mir ja nicht so recht eingestehen will, aber es nützt nichts, ich muss der Wahrheit endlich in die Augen sehen, ich bin süchtig!
Zack, diese Antwort knallt rein! Aber sie ist die pure Wahrheit!

Klar, ich habe mir meine Droge Tavor immer auf legalem Wege beschaffen können, ich musste mich nie in irgendwelchen Parks, auf irgendwelchen schmuddeligen Bahnhofklos rumtreiben, nur um an dieses Zeugs zu kommen, aber wie ich es auch drehe und wende, ich bin von dem Dreck abhängig.

VII - Von Hundert auf Null/ Juli 2011




Es muss sich verdammt noch einmal endlich etwas ändern, schnellstens.
So kann es nicht weitergehen. Kann es schon, nur ist das noch ein Leben? 
Ist es das, was einen Menschen ausmacht ... schlafen ... und ewig Angst und Panik verspüren.
Nicht mehr an dem teilnehmen, was ein Leben lebenswert macht. 
Nur noch ein Dahinsiechen, immer kleiner, leiser, unsichtbarer werden. 
Wäre da nicht die Angst, die wie eine Lawine den Berg heruntergeschossen kommt, die Stille durchbricht und sie beiseite flügt, ich wäre wahrscheinlich schon längst für immer eingeschlafen - endlich Frieden, ohne die an mir nagende und mich langsam auffressende Panik.

Rezension: "Unterleuten" von Juli Zeh



Da ist das kleine Dorf Unterleuten in Brandenburg, die Wende hat bereits stattgefunden. Alteingesessene Bürger treffen auf Zugezogene und mit ihnen kommen die Probleme.
Wirft man nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf Unterleuten, ist man sicherlich fasziniert von den Nachbargemeinden, den vielen teils wunderlichen Originalen, die den Ort prägen, der unberührten Natur mit ihren seltenen Vogelarten, den kleinen Häusern, die sich vorzugsweise Städter aus Berlin kaufen, um sich den Hauptstadthektik zu entfliehen. 

Rezension: "Schweigeminute" von Siegfried Lenz



Schüler liebt attraktive Lehrerin, eine Konstellation, die schon viele Autoren dazu inspiriert hat, einen Roman zu schreiben oder wie in diesem Falle eine Novelle.

Der Schüler Christian verliebt sich in die Lehrerin Stella, die, wie sollte es anders sein, die beliebteste Lehrerin an einem Gymnasium ist. Anerkennung und Respekt bekommt sie gleichermaßen von Kollegen, wie auch von ihren Schülern. 
Siegfried Lenz lässt die Geschichte der zwei Liebenden den 18-jährigen, durchschnittlich begabten Christian erleben. Eine Liebe, die mit dem Unfalltod Stellas endet. 

VI - Von Hundert auf Null/Juni 2011




Langsam weicht die Panik.
Meine Muskulatur entspannt sich.
Ich atme durch. Ich atme tief durch.

Ich muss noch immer.
Ich höre in meinen Körper hinein, ob er es schaffen wird, mit mir den Weg zur Toilette zu meistern und bin erleichtert, dass mein Körper mir wohl keinen Strich durch die Rechnung machen wird.
Erleichtert, aber tot müde, kehre ich vom Klo zurück.

Auf diese Bücher freue ich mich im August 2016 - Teil I

Seltene AffärenSeltene Affären

Thommie Bayer
Roman
Erscheinungsdatum: 01.08.2016
Gebundene Ausgabe
192 Seiten
ISBN: 978-3-492-05611-3
Preis: 18,00 €




Die Vegetarierin Die Vegetarierin

Han Kang
Roman
Erscheinungsdatum: 15.08.2016
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
190 Seiten
ISBN: 978-3-351-03653-9
Preis: 18,95 €
Aufbau Verlag ... Klickt hier und ihr erfahrt gleich mehr!



 

Wir zählen unsere Tage nichtWir zählen unsere Jahre nicht

Silvio Blatter
Roman
Erscheinungsdatum: 01.08.2016
Kartoniert
304 Seiten
ISBN: 978-3-492-30907-3
Preis: 11,00 €
Piper ... Klickt hier und ihr erfahrt gleich mehr! 

Rezension: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green



Hazel Grace, ein 16-jähriges Mädchen, das seit ihrem 13. Lebensjahr unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist und nur durch lebensverlängernde Maßnahmen am Leben erhalten wird, ist die Hauptprotagonisten in diesem Buch. 
Wie man sich vorstellen kann, ist ihre körperliche wie auch seelische Verfassung denkbar schlecht. Die Metastasen, die sich bereits in ihrer Lunge ausgebreitet haben, ermöglichen keine normale Atmung mehr und so ist Hazel darauf angewiesen, ein Sauerstoffgerät mit sich herumzutragen. Sie wird gepeinigt von Depressionen, da der Tod ihr ständiger Begleiter ist. 

V - Von Hundert auf Null/Juli 2011




Und schon wieder diese Angst, sterben zu müssen.
Warum? Warum nur immer und immer wieder ...
Das Herz rast, nein, es rast nicht nur, es fährt mit mir in einem affenzahn Achterbahn.
Rauf, runter, links, rechts, rückwärts, vorwärts. Ich sehe alles verschwommen. Mir ist schlecht. Jetzt werde ich gleich anfangen zu schwitzen, ich weiß es nur zu genau.

IV - Von Hundert auf Null/Juli 2011




Angst!
Immer wieder Angst!
Angst im Bett!
Angst beim Radfahren!
Angst beim Einkaufen!
Angst beim Arbeiten! Obwohl, ich arbeite ja schon lange nicht mehr! Noch nicht einmal mehr arbeiten kann ich, so weit hat es meine Angst geschafft, sich auszubreiten!
Und jetzt habe ich auch noch Angst beim Gang zur Toilette!
Na klasse, schlimmer kann es eigentlich nicht kommen.
Ich kann nicht einmal mehr ohne Angst pinkeln.
Aber meine Angst ist nicht irgendeine grundsolide, völlig normale Angst!
Nein, meine Angst heißt Panik! P-A-N-I-K!
Fünf Buchstaben, die mir mein Leben nehmen. Die mich zu ihrer Gefangenen machen.
Sie hat es geschafft, sie hat mir mein Leben geraubt!

Rezension: "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce



Harold Fry, ein liebenswerter Zeitgenosse, kauzig, behäbig, durchaus auch ängstlich und mittlerweile Rentner, erhält eines Tages einen Brief seiner vor 20 Jahren spurlos verschwundenen Freundin und Arbeitskollegin Queenie Hennessy. In ihrem Brief berichtet sie Harold  von ihrer unheilbaren Krebserkrankung. Betroffen antwortet er ihr und will den Brief eigentlich nur in den nächstbesten Briefkasten werfen. Beschämt darüber, vielleicht nicht die richtigen Worte in dem Brief gefunden zu haben, marschiert er weiter und läuft einfach drauf los ... zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospizeinrichtung. Ein Fußmarsch, den er jeden Tag für all die Menschen auf sich nimmt, die ihm je etwas bedeutet haben, seine Frau Maureen, seinen Sohn und Queenie.

III - Von Hundert auf Null/Juli2011




Ich muss mal.

Die ersten Schritte am Morgen sind die schlimmsten.
Ich setze mich auf und horche in meinen Körper hinein.
Alles klar? Bereit zum Marsch auf die Toilette? Schön ein Bein vor das andere setzen. Hey, es ist ein stinknormaler Bewegungsablauf! Stell dich nicht so an! Geh endlich los!

Ein wenig flatterig bin ich auf den Beinen und schon allein dieser Zustand versetzt mich sogleich in Angst und Schrecken.

Rezension: "1913: Der Sommer des Jahrhunderts" von Florian Illies



Kennt ihr das? Menschen, die man auf einer Party trifft, mit ihnen einen Smalltalk halten möchte, die dann aber die Gunst der Stunde ergreifen, um einem den ganzen Abend über ihr ach so geballtes Wissen um die Ohren zu knallen. Wenn man sich jedoch auf eben diese Menschen einlässt und ihnen aufmerksam zuhört, lernt man doch tatsächlich oft noch was dazu. 

II - Von Hundert auf Null/Juli 2011




Tavor.

Ein Wort, das für mich den Himmel bedeutet, obwohl es der Hölle viel näher ist.

Der Pharmahersteller Pfizer schreibt auf seinem Beipackzettel, der selbstverständlich ordnungsgemäß jeder Medikamentenpackung beiliegt, dass Tavor bei "Kurzzeitbehandlungen von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen sowie dadurch bedingten Schlafstörungen und zur Beruhigung vor diagnostischen sowie vor und nach operativen Eingriffen angewendet werden soll".

Rezension: "Schilf" von Juli Zeh



Sebastian, Familienvater und erfolgreicher Physiker, wird zu einem Mord aufgefordert, dessen Ausführung sein vermeintlich entführtes Kind zurückbringen soll. Das allein genügt an Worten, um den Inhalt dieses Romans zu umreißen.
In gleichermaßen phantasievollen wie überraschenden und intelligenten Metaphern einerseits und einer peniblen Realitätsschilderung andererseits entführt uns Juli Zeh in Paralleluniversen der Bereiche Physik, der Theorie der Zeit und der Literatur.

I - Von Hundert auf Null/Juli 2011




Und jeden Morgen das Gleiche!

Aufwachen, darauf wartend, wo die Angst bleibt, um ganz schnell zu spüren, dass sie wieder da ist, mit all ihrer Intensität, Stärke und Vertrautheit.

Ein Griff in die rechts von mir stehende obere Lade des Nachttischschränkchens und schnell habe ich die erste Pille an diesem Morgen aus einem kleinen Döschen geangelt.
Eine Tablette mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit zu sich nehmen, ist was von gestern, für Weicheier. Etwas für diejenigen, die einmal im Jahr dank einer Blasenentzündung oder einer läppischen Lungenentzündung ein Antibiotikum zu sich nehmen müssen.

Rezension: "Tschick" von Wolfgang Herrndorf



Ich kann mich nicht erinnern, wie ich irgendwann auf die Idee gekommen bin, Jugendbücher zu lesen. Ich weiß nur, dass es sich immer wieder lohnt, aufmerksam in die meist hinterste Ecke einer Buchhandlung zu gehen, um im Reich der Jugendbücher einzutauchen. Dabei liegt mein Hauptaugenmerk auf den Romanen, die in der realen Welt spielen. 
Ich kann nichts damit anfangen, wenn irgendwelche Kobolde durch die Gegend fliegen und womöglich noch zaubern können. Vielleicht fehlt mir hier einfach die ausreichende Fantasie. Meine Oma hat schon damals zu mir gesagt: "Kind, lies bloß nicht son Spökerkram, das wird man nur tütelig von." Daran habe ich mich dann auch gehalten!

Resenzion: "Back to Blood" von Tom Wolfe



In dieses Buch einzusteigen, macht wirklich Spaß. Ich musste mich nicht groß überreden lassen, dieses Buch zu lesen. Meine Buchhändlerin weiß, womit sie mich fangen kann.

Und da ist es - ein amerikanisches Buch, ein Tom Wolfe, wie ich ihn kenne.
Seine einzigartige Erzählweise und eine Geschichte, die satirisch, fast ein wenig überzogen kritisch, zynisch daher kommt und angereichert ist, mit einem gekonnten Blick auf das Seelenleben der Bürger.

Rezension: "Skippy stirbt" von Paul Murray



Ihr kennt das!
Ihr geht in eine Buchhandlung und wollt euch eigentlich nur mal so umschauen. Ehe ihr euch verseht, tragt ihr dann doch den einen oder anderen Roman zur Kasse oder wie bei mir ... mal wieder einen Jugendbuch und das, wo doch noch so viele Bücher zu Hause darauf warten, gelesen zu werden.
Aber diesen Schuber mit den drei Einzelbänden "Hopeland", "Heartland" und "Ghostland" konnte und durfte ich nicht einfach im Regal der Buchhandlung stehen lassen. 

Rezension: "Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" von Richard David Precht




Ja, ich bin eine Spätzünderin, bzw. eine Spätleserin.

Fünf Jahre steht die philosophische Reise des Herrn Prechts bereits in meinem Bücherregal, aber ehrlich gesagt, habe ich nie so richtig Lust verspürt, dieses Buch zu lesen, warum auch immer. Das hat sich nun geändert und so schlimm, wie ich es mir zeitweise ausgemalt habe, ist es dann doch nicht zu lesen.

Der Inhalt des Buches gibt auf unterhaltsame Art und Weise Antworten auf Fragen, mit denen sich Philosophen so im Allgemeinen beschäftigen müssen. Hier besitzt Precht die Fähigkeit, manch tiefgreifende Erkenntnis so prägnant auf den Punkt zu bringen, dass viele Philosophen noch etwas lernen können.
Allerdings behandelt Precht vor allem die modernen Philosophen des 19. und 20. Jahrhundert. Wer einen wirklichen Überblick über die wichtigen Philosophen haben möchte, der kommt um andere Bücher nicht drumrum, so wird beispielsweise Sokrates, der Begründer der Philosophie, nur kurz erwähnt.